Fertigstellung der Erholungsortsentwicklungskonzeptionen für Oelsnitz/Erzgeb. und Talsperre Malter

Nicht zuletzt aufgrund der Durchführung der Sächsischen Landesgartenschau 2015 und der beeindruckenden Darstellung der Steinkohlenbergbautradition im Bergbaumuseum hat der Stadtrat von Oelsnitz/Erzgeb. beschlossen, sich erstmalig einer Prädikatisierung als „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zu unterziehen. Zur gleichen Zeit wurde die Stadt Dippoldiswalde vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) aufgefordert, die notwendigen Unterlagen für eine Rezertifizierung des Gebietes um die Talsperre Malter, welches bereits seit 1998 als Erholungsort anerkannt ist, bis Juni 2015 einzureichen.

Für die zur Erst- bzw. Rezertifizierung notwendige Erarbeitung der Erholungsortkonzeption wurde die KEM GmbH von der Stadt Oelsnitz/Erzgeb. direkt und von der Stadt Dippoldiswalde als unterbeauftragter Kooperationspartner des Tourismusverbandes Erzgebirge e. V. (TVE) betraut. Mit beiden Städten war man sich einig, dass die Erholungsortkonzeption nicht nur den formalen Anforderungen des SMWA entsprechen sollte, sondern vielmehr auch als strategische touristische Planung zu entwickeln ist, so dass beide Erholungsortsentwicklungskonzeptionen in enger Abstimmung mit den touristischen Akteuren vor Ort als stadt- bzw. gebietsbezogene Touristische Entwicklungskonzepte erstellt wurden.

In Oelsnitz/Erzgeb. stellen neben der Steinkohlenbergbautradition, dem Bergbaumuseum Oelsnitz und der 2015 stattfindenden Sächsischen Landesgartenschau vor allem auch die solehaltigen Bergbauwässer ein großes Potenzial für den gesundheitsorientierten Tourismus dar, das es in den nächsten Jahren mit weiteren Investitionen und geeigneten Maßnahmen zu entwickeln gilt. Verbesserungsbedarf besteht jedoch noch insbesondere bei der Anzahl und Qualität der Beherbergungsbetriebe und der Servicequalität bei den touristischen Einrichtungen. Als Maßnahmen mit höchster Umsetzungspriorität wurden deshalb u. a. die Ansiedlung eines Hotels, die Schaffung eines Campingplatzes, die Förderung der Sole im Umfeld des bestehenden Gradierwerks inkl. Schaffung zusätzlicher Angebote zur Solenutzung, die Etablierung eines dauerhaft arbeitenden touristischen Gremiums und die Initiierung einer von der Stadtverwaltung zu begleitenden Service- und Qualitätsoffensive beschlossen.
 

Blick zum Gradierwerk im Oelsnitzer Landesgartenschaugelände
Foto: KEM GmbH

Eine Besonderheit bei der touristischen Konzepterarbeitung in Oelsnitz/Erzgeb. stellte die in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, einem Freien Landschaftsarchitekten, und im Rahmen des Ziel 3-Projektes "Naherholung und Sport im Erzgebirge" geförderte Analyse der ‚grünen Infrastruktur‘ dar. Auf deren Basis konnten konkrete Maßnahmen festgelegt werden, die die Erschließung landschaftlich attraktiver Räume, die Auswahl naturverträglicher Standorte für neue touristische Einrichtungen und Angebote sowie die Verbesserung der touristischen Information umfassen.

Das die Dippoldiswalder Ortsteile Malter, Paulsdorf und Seifersdorf umfassende Gebiet „Talsperre Malter“ verfügt mit seiner landschaftlich reizvollen Lage, der guten Wasserqualität, den Campingplätzen, Freibädern, Freizeit-, Aktiv- und Erholungsangeboten sowie der angrenzenden Weißeritztalbahn über ein großes Potenzial als Erholungs- und Tourismusort, welches es jedoch vor allem in Hinsicht auf Verkehrsinfrastruktur und Angebotsqualität auszubauen gilt. Zudem gibt es bei den beiden bisher hauptsächlich auf Dauercampinggäste ausgerichteten Campingplätzen im Umfeld der Talsperre einen erheblichen Umstrukturierungsbedarf. In enger Abstimmung mit TVE, Stadt und touristischen Akteuren wurden u. a. folgende prioritäre Maßnahmen ausgewählt: Aktualisierung und schrittweise Umsetzung der bereits vorliegenden Planung für einen ufernahen Radrundweg um die Talsperre Malter inkl. Schaffung sicherer und attraktiver Fußwegeverbindungen, Herstellung zusätzlicher (temporär nutzbarer) Parkplatzkapazitäten, Erarbeitung eines perspektivischen Campingplatzkonzeptes, Weiterentwicklung der Campingplatz-Rezeption zu einer ganzheitlichen und mit der i-Marke zertifizierten Touristinformation sowie Neukonzipierung und -gestaltung der Internetseite der städtischen Betreibergesellschaft als attraktiver Internetgesamtauftritt der Talsperre Malter.

Blick auf den Paulsdorfer Campingplatz und die idyllisch in das Umgebungsgrün  eingebettete Talsperre Malter
Foto: WTE GmbH

Beide Erholungsortkonzeptionen wurden mittlerweile in den jeweiligen Stadträten mittels klar mehrheitlicher Beschlüsse legitimiert und gemeinsam mit den anderen notwendigen Antragsunterlagen beim SMWA eingereicht. Gemeinsam mit den beiden Städten ist auch das für die Konzepterarbeitung zuständige Team um KEM-Projektleiter Joris Schofenberg optimistisch, dass zeitnah die erstmalige bzw. wiederholte staatliche Anerkennung als Erholungsort verkündet werden kann. Unabhängig davon steht die KEM GmbH in beiden Städten weiter als verlässlicher Partner zur Konzeptumsetzung zur Verfügung.
 

 

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